Der Franzosenfriedhof ist einer der wenigen in Deutschland erhaltenen Soldatenfriedhöfe aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871. 248 französische Kriegsgefangene aus dem Lager Friedrichsfeld wurden hier beerdigt. Zum Gedenken an sie errichteten die Mitgefangenen auf dem Gräberfeld ein Ehrenmal mit der Inschrift: ‚Zum Gedenken der in den Jahren 1870/71 gefallenen französischen Soldaten. Errichtet von ihren Landsleuten‘. Dieses Ehrenmal steht jetzt im westlichen Bereich des Friedhofes.

Franzosenfriedhof ca. 1920

Im Ersten Weltkrieg 1914/1918 diente der Friedhof als Begräbnisstätte für Kriegsgefangene verschiedener Nationalitäten aus dem Gefangenenlager Friedrichsfeld. Ihnen zum Gedenken erbauten Kriegsgefangene aus sieben europäischen Nationen 1916 das im Zentrum des Friedhofes stehende monumentale Ehrenmal aus rotem Sandstein.
Die Übersetzung des Textes auf der Frontseite lautet: „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen. Den Verbündeten, die, nachdem sie tapfer gekämpft haben, hier in der Fremde liegen, haben ihre Kameraden dieses Ehrenmal mit großer Ehrfurcht zum Gedenken im Jahre 1916 errichtet“. In einem Kranz steht „Pflicht, Ehre, Vaterland!“

Monument im Bau – Foto ca. 1916

Auf der Rückseite steht (in 4 Sprachen): „Dieses Denkmal wurde von den belgischen, britischen, französischen, italienischen, russischen, serbischen und portugiesischen Soldaten errichtet zum Gedenken an ihre Kameraden, die in Gefangenschaft starben.“
Die Soldaten aus Frankreich, Belgien, Italien und Portugal wurden in den Jahren 1922/28 in ihre Heimatländer umgebettet, die englischen Toten auf einen Ehrenfriedhof in Köln. Die Gräber der russischen und serbischen Verstorbenen, sowie die der verstorbenen französischen Gefangenen aus dem Krieg 1870/1871 sind noch vorhanden.

Die Geschichte des Franzosenfriedhofs wurde auch in weiteren Veröffentlichungen dokumentiert.

Im Zweiten Weltkrieg wurden alle verstorbenen Zwangsarbeiter aus dem Gebiet der heutigen Stadt Voerde hier beigesetzt. Auch im Lager Buschmannshof in Voerde verstorbene Kinder fanden hier ihre letzte Ruhestätte..

Die Grabstätten und Denkmäler auf dem Friedhof wurden am 31.01.1977 als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Voerde eingetragen.