Das katholische Krankenhaus „St. Elisabeth“ in Spellen wurde im Jahr 1909/1910 nach den Plänen des Weseler Architekten Hermann Merl errichtet. Es stand da, wo heute neben dem Seniorenheim „St. Elisabeth“ der Komplex mit Altenwohnungen und der Stadtteilbücherei liegt. Die kleine Kuppel auf diesem Gebäude erinnert heute noch an den kleinen Dachreiter mit der Krankenhausglocke.


Für den Gründer des Krankenhauses, Pfarrer Jakob Schmitt, war es nicht leicht gewesen, Personal für das Krankenhaus zu finden. Fündig wurde er bei den Nonnen der Borbecker Elisabeth-Schwestern. Sie taten von 1910 bis 1968 ihren Dienst an den Kranken und gaben dem Krankenhaus und später auch der anliegenden Straße ihren Namen. Zum Krankenhaus selbst gehörten auch ein paar Ländereien; denn die Nonnen versorgten sich selbst.
Aus der ganzen Umgebung kamen die Kranken nach Spellen, da die nächsten Krankenhäuser in Dinslaken und Wesel weit entfernt schienen. Ein Telefonkrieg zwischen einem Voerder Arzt und dem Leiter des Hauses sorgte 1925 vor Gericht für Aufregeung. Für viele Spellener, Voerder und umliegende Bewohner gilt das Krankenhaus St. Elisabeth als Geburtshaus, denn die Hospitalentbindung löste immer mehr die Hausgeburten ab.
Kleinere Operationen konnten im Spellener Krankenhaus ebenfalls durchgeführt werden. Eine Erweiterung des Gebäudes in den Jahren 1932/33 wurde daher unbedingt nötig.

Rückseite des ehemaligen Krankenhauses nach 1950


In den beiden Weltkriegen diente das Krankenhaus als Militärlazarett und wurde 1945 durch Artilleriebeschuss stark beschädigt. Als nach dem 2. Weltkrieg die katholische Kirche zu beschädigt war, wurden die Gottesdienste in der Krankenhauskapelle zelebriert.
Die ansteigenden baulichen und hygienischen Anforderungen an ein Krankenhaus führten zur endgültigen Schließung. 1967 wurde das Haus in ein Altenpflegeheim umgewandelt. Weil der Altbau nicht mehr den Ansprüchen einer modernen Pflege entsprach, wurde nach dem Neubau des Seniorenheims in unmittelbarer Nachbarschaft, das Hospital 1997 abgerissen.
Erhalten ist die Umrandung des Portals mit der Aufschrift: „Zum Heil der Kranken – Zur Hilfe der Schwachen“, die, wie die Glocke, an der Rückseite des neuen Altenheimes einen neuen Platz gefunden hat (siehe Gebäudelücke zwischen Ernsting und Volksbank).
Die BürgerInteressenGemeinschaft Spellen hat es sich zwischenzeitlich zur Aufgabe gemacht, das Kleinod in seiner ursprünglichen Form zu erhalten und startet demzufolge im Frühjahr jeden Jahres eine Schnitt- und Reinigungsaktion.